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Finger weg von meinen Mitarbeitern…

Gerade in Zeiten von Personalmangel möchte man seine Mitarbeiter gerne behalten.

Umso ärgerlicher ist es, wenn ein guter Mitarbeiter kündigt. Besonders hart tritt einen der Weggang, wenn der Mitarbeiter zu einem Konkurrenten wechselt.

Die Befürchtung, dass Geschäftsstrategien und Know-how so auf direktem Weg zum Konkurrenten gelangen ist groß.

Eine Verschwiegenheitsverpflichtung nach Beendigung des Arbeitsvertrages hilft hier nur bedingt. Es gilt der Grundsatz, dass das, was der Mitarbeiter „im Kopf“ hat – also sein Erfahrungswissen – in der neuen Stelle nutzen darf.

Allerdings ist es ihm strikt verboten, auf Unterlagen zurückzugreifen, die er während seiner Beschäftigung angefertigt hat. Dies ist gerade bei Plänen und Entwicklungen aber auch bei Kundendaten höchst brisant.

Einen sehr guten Schutz bieten hier Wettbewerbsverbote. Hier muss kalkuliert werden, ob der Preis des Wettbewerbsverbotes das geschützte Wissen aufwiegt. Dies dürfte gerade bei Patenten und Erfindungen der Fall sein. Zudem spielt in diesem Zusammenhang der Zeitfaktor für den Arbeitgeber: Ist der Arbeitnehmer durch ein Wettbewerbsverbot sechs Monate gesperrt, ist die Erfindung vielleicht bis dahin auf den Markt gebracht. So wird größerer Schaden vermieden und das Wettbewerbsverbot hat sich trotz der Kosten ausbezahlt.

Tipp der Kanzlei Kastl & Kollegen (M.A.):

Augen auf bei der Vertragsgestaltung: Bei der Neueinstellung wird ein Wettbewerbsverbot vom Arbeitnehmer immer unterzeichnet. Hat der Arbeitnehmer jedoch erstmals brisantes Wissen erworben, wird er sich seinen Marktwert nicht durch ein nachträgliches Wettbewerbsverbot verbauen! Darüber hinaus ist bei Wettbewerbsverboten der Kosten-Nutzen-Aspekt genau abzuwägen – und trotz der Kosten: Durch Know-how Abfluss ist der Schaden viel höher als die Kosten des Wettbewerbsverbotes!

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht Dr. Kerstin Kastl
www.Kastl-Kollegen.de
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